Horcht, was kriecht aus dem Wald hervor?
Es ist Sankt Nik'las, der hat nur ein Ohr!
Ein Bein ist ihm auch abhanden gekommen,
das hat der hungrige Wolf mitgenommen.
Sein Schädel ist ohne Mütze,
die liegt in der vorletzten Pfütze.
Ein Auge hat er auch verlor'n,
das hängt da drüben am Christusdorn.
Die Haare zerzaust, wie frisch entlaust,
der Fuß ganz nackt, den Bart zerhackt.
Den Rucksack zerrissen,
die Ärmel zerschlissen,
die Büchse beschissen.
Vom roten Mantel den Saum
erkennt man noch kaum,
und ein Hörnchen wurde ihm auch gehau'n.
Stöhnend stützt er sich auf seinen Stock
und grummelt: "Dies' Jahr hab' ich kein' Bock!"
So wankt er keuchend zur nächsten Stadt
und wenn er alle Blagen verprügelt hat,
humpelt er kopfschüttelnd von hinnen,
nur noch sein warmes Bettchen in' Sinnen.
Nächstes Jahr zur gleichen Zeit
macht er sich dann wieder bereit.
Bringt den Menschen Frieden auf Erden,
schlimmer als heut' kann's kaum ja noch werden.
Aber Nikolaus ist jetzt ja vorbei,
und damit auch die Hauerei.
Im nächsten Jahr - das ist gewiß
da ha'm die Blagen wieder schieß.
Das Auge wieder reingesteckt,
der Bart ist wieder glattgeleckt,
der Saum ist wieder rund und schön,
er kann auch wieder gerade geh'n.
Das Ohr ist wieder drangeflickt,
der Rucksack neu und voll bestückt,
die Stiefel sind auch wieder aufgetaucht,
er sie für's nächste Jahr noch braucht.
Die Hose, die rote, die hatte die Ute,
doch die hat getauscht, gegen 'ne prächtige Rute.
Mit Stock und der Mütze,
das Rentier als Stütze,
so verläßt er die Kneipe
und sucht jetzt das Weite.